972 BREAKDOWNS – Auf dem Landweg nach New York

Auf dem Landweg nach New York

Ein Vortrag nicht nur für Motorradliebhaber

Sie wussten sicher nicht, worauf sie sich einließen, die fünf jungen Künstler aus Halle an der Saale, als sie im Herbst 2014 den Entschluss fassten auf dem Landweg nach New York zu fahren. Als Fortbewegungsmittel sollten vier alte russische Ural Motorräder mit Beiwagen dienen. Wie sie ihr Ziel erreichten und welche Hindernisse sich auf der 43.000 km langen abenteuerlichen Reise auftaten, das präsentieren sie in ihrer Reisedokumentation zugunsten der Nepalhilfe Beilngries.

Für  Anne Knödler, Efy Zeniou, Elisabeth Oertel, Johannes Fötsch und Kaupo Holmberg sollten 2 ½ Jahre ins Land gehen, ehe sie ihr Ziel erreichten. Das schien für die Führerscheinneulinge schon 25 km nach dem Start in weite Ferne zu rücken, als sich die ersten Pannen an ihren betagten Fortbewegungsmitteln einstellten. Unzählige sollten folgen, was letztendlich dem Konzept und Vortrag auch seinen Namen gab. Aber mit Wagemut und wohl auch einer Prise an Unbedarftheit ging es immer weiter gen Osten. Mit jeder gemeisterten Hürde wuchsen ihr Selbstvertrauen und die Kenntnisse zum Innenleben ihrer Motorräder, die in Bikerkreisen einen besonderen Stellenwert haben und deren Geschichte bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreicht.

So ging es über Südosteuropa hinein in die kasachische Steppe, durch die mongolischen Wüsten auf tausenden Kilometern Wellblechpisten. Alaska und Kanada sollten folgen. Berge von Bürokratie waren dabei genauso zu meistern wie die tiefen Flüsse aus kaltem, sibirischem Wasser, die mit Wagemut und Erfindergeist zu überwinden waren.

Im Fernen Osten Russlands lernten sie, dass es nicht immer gut ist, Abkürzungen zu nehmen. Die „Old Road of Bones“ (Straße der Knochen) die ihren Namen durch den Tod vieler Gulag-Häftlinge bei deren Bau hat, sowie 300 km Sumpf, Flüsse und Schlamm sind ein Beleg dafür. Ein Schlüsselerlebnis ihrer Reise war die 1600 km lange Fahrt auf dem Kolyma, einem der großen Flüsse Sibiriens. Dafür funktionierten sie ihre Ural Motorräder durch den Anbau von Schwimmkörpern zu „Booten“ um.

Während ihrer Reise waren es nicht nur die Herausforderungen die ihnen die Natur oder ihre motorisierten Untersätze stellten, sondern vielmehr die so positiven Begegnungen entlang ihrer Route. Wildfremde Menschen fragten voller Neugier zum Woher und Wohin. Die Motorräder und besonders die zu erwartenden Pannen waren das Konzept der Reise, um Zugang zu den Menschen vielerorts zu bekommen. Damit begannen Barrieren zu schwinden und mit jedem Tag trafen sie auf die unterschiedlichsten Charaktere, ohne deren Hilfe sie ihr Ziel niemals erreicht hätten. Das gestehen sie freimütig ein.

Am 10. Januar 2017 kamen sie in ihrem Ziel in New York an. Was sie auf ihrer abenteuerlichen Route durch drei Kontinente erlebten, das schildern die Referenten des Abends, begleitend zu ihrem Filmvortrag, mit Erlebnissen die für sie so prägend und nachhaltig waren. Damit ist der Vortragsabend nicht nur für Motorradenthusiasten ein Muss.